kinésport versailles, nos spécialités, Brûlure grave et kinésithérapie : de la réanimation au retour à la vie quotidienne, une prise en charge à chaque étape

Eine schwere Verbrennung gehört zu den komplexesten Verletzungen, die der menschliche Körper erleiden kann. Sie geht weit über eine Schädigung der Haut hinaus und betrifft Muskeln, Gelenke, Lunge und Psyche. Von den ersten Stunden an ist die Physiotherapie ein zentraler Bestandteil der Behandlung – nicht als begleitende Maßnahme, sondern als eigenständige Therapie, die für die funktionelle Zukunft des Patienten entscheidend ist.

Was ist eine schwere Verbrennung?

Eine Verbrennung ist eine Gewebezerstörung, die durch Hitze, Flammen, chemische Substanzen oder elektrischen Strom verursacht wird. Ihre Schwere wird anhand von vier Hauptkriterien beurteilt: der Tiefe der Schädigung, der betroffenen Körperoberfläche, der Lokalisation der Verbrennung sowie dem Alter des Patienten.

Die Tiefe wird in Graden gemessen. Eine Verbrennung ersten Grades – wie ein intensiver Sonnenbrand – betrifft nur die oberflächliche Hautschicht und heilt innerhalb weniger Tage spontan ab. Eine oberflächliche Verbrennung zweiten Grades zerstört die Oberhaut, lässt aber die Lederhaut intakt; die Haut behält ihre Fähigkeit zur Regeneration. Ab dem tiefen zweiten Grad wird es kritisch: Die Zerstörung reicht bis in die tiefe Lederhaut, und die Haut kann ohne chirurgischen Eingriff nicht mehr selbständig verheilen. Der dritte Grad entspricht einer vollständigen Zerstörung der Haut über ihre gesamte Dicke, manchmal bis in das darunterliegende Gewebe.

Zur Einschätzung der Ausdehnung einer Verbrennung verwenden Ärzte die Neuner-Regel nach Wallace: Jede große Körperregion entspricht etwa 9 % der gesamten Körperoberfläche. Man spricht von einer schweren Verbrennung ab 20 bis 25 % verbrannter Körperoberfläche – oder bereits bei geringerer Ausdehnung, wenn die Verbrennung tief ist.

Die Lokalisation ist ein ebenso entscheidendes Kriterium wie die Ausdehnung. Bestimmte Körperstellen gelten als kritisch, selbst wenn die verbrannte Fläche begrenzt ist: Gesicht und Hals, Hände, Füße, Damm sowie Beugebereiche wie Ellenbogenbeuge, Kniekehle oder Achselhöhle. Verbrennungen an diesen Stellen bergen ein hohes Risiko schwerer funktioneller Einschränkungen und erfordern besondere Aufmerksamkeit während der gesamten Rehabilitation. In Frankreich werden schwere Verbrennungen in spezialisierte Verbrennungszentren (Centres de Traitement des Brülés, CTB) überwiesen, die über die notwendige medizinische, chirurgische und rehabilitative Expertise verfügen.

Die Folgen einer schweren Verbrennung für den Körper

Was Patienten und Angehörige oft überrascht: Eine schwere Verbrennung ist nicht nur eine Erkrankung der Haut. Sie ist eine systemische Schädigung – das heißt, sie wirkt sich auf den gesamten Organismus aus, mit Folgen, die je nach Tiefe, Ausdehnung und Lokalisation variieren.

Haut und Narbe stehen natursgemäß im Mittelpunkt. Nach einer tiefen Verbrennung verheilt die Haut, aber sie ist nicht mehr dieselbe: Sie kann dicker, härter und weniger elastisch werden. Man spricht von einer hypertrophen Narbe, wenn sie gerötet, erhoben und berührungsempfindlich ist. Im Laufe der Zeit neigen manche Narben zur Kontraktion, das heißt, sie ziehen sich fortschreitend zusammen. Tritt diese Retraktion in der Nähe eines Gelenks auf – Ellenbogen, Schulter, Knie, Hals – kann sie die Beweglichkeit erheblich einschränken. Diese Entwicklung kann sich über ein, manchmal zwei Jahre nach dem Verbrennungsereignis hinziehen.

Die Muskulatur ist von einem weniger sichtbaren, aber ebenso bedeutsamen Phänomen betroffen: dem Katabolismus. Nach einer schweren Verbrennung befindet sich der Organismus in einem Zustand intensiven Gewebeabbaus. Die Muskeln schwinden rasch – manchmal in einem erstaunlichen Tempo, selbst bei jungen und sportlich aktiven Menschen. Dieser Muskelschwund verstärkt die allgemeine Erschwernis, erschwert Alltagsbewegungen und erhöht den Aufwand der Rehabilitation.

Die Gelenke können ausgepägte Bewegungseinschränkungen entwickeln, die sowohl durch die Narbe als auch durch die Immobilisationsphase bedingt sind. Eine besondere Komplikation, die spezifisch für schwere Verbrennungen ist, verdient besondere Beachtung: die heterotopen Ossifikationen, auch als periartikuläre Osteome bezeichnet. Dabei handelt es sich um anormale Ablagerungen von Knochengewebe in den Weichteilen rund um bestimmte Gelenke, insbesondere Ellenbogen und Schulter. Diese Formationen können die Beweglichkeit teilweise oder vollständig blockieren und erfordern eine sorgfältige gelenkbezogene Überwachung während der gesamten Rehabilitation.

Die Lunge ist von den ersten Stunden an ein ständiges Anliegen – unabhängig davon, ob Rauch inhaliert wurde. Zu Beginn der Behandlung werden die Patienten häufig tief sediert, was die Atemfunktion beeinträchtigt und eine bronchiale Sekretstauung begünstigt. Die Atemphysiotherapie betrifft daher alle Patienten, wie im nächsten Abschnitt erläutert wird.

Schließlich ist die psychische Belastung eine konstante Realität, die in den ersten Wochen oft unterschätzt wird. Posttraumatische Belastungsstörungen, ein verändertes Körperbild, chronische Schmerzen und Schwierigkeiten bei der sozialen Wiedereingliederung gehören zum klinischen Bild des schwer Verbrannten ebenso wie seine Narben. Die Physiotherapie kann und darf diese Dimension nicht ausblenden.

Eine in Phasen gegliederte Rehabilitation

Einer der wichtigsten – und am wenigsten bekannten – Aspekte der Physiotherapie bei Verbrennungspatienten ist, dass sie sich je nach Heilungsphase grundlegend verändert. Es gibt nicht die eine Rehabilitation, sondern mehrere aufeinanderfolgende Ansätze, deren Ziele und Methoden sich diametral unterscheiden können. Wer diese Logik versteht, kann jede Phase besser durchstehen.

Die Akutphase auf der Intensivstation ist jene Phase, in der man einen Physiotherapeuten am wenigsten erwarten würde. Und doch kann sein Beitrag hier entscheidend sein. Die absolute Priorität liegt auf der Atmung: Die Lungenventilation muss aufrechterhalten, bronchialer Sekretstau und Pneumonien müssen verhindert, die Sauerstoffversorgung der heilenden Gewebe muss sichergestellt werden. Diese Intervention betrifft alle schwer verbrannten Patienten – unabhängig von einer eventuellen Rauchgasinhalation –, da die zu Beginn der Behandlung erforderliche Tiefsedie­run­g die Atemfunktion eigenständig beeinträchtigt und eine regelmäßige Unterstützung erfordert. Die Techniken werden je nach Beatmungsstatus des Patienten angepasst.

Gleichzeitig spielt bereits in dieser frühen Phase die Lagerung des Patienten eine entscheidende präventive Rolle. Die Gliedmaßen in funktionellen Stellungen zu halten – Arme leicht vom Körper abgespreizt, bei Halsverbrennungen der Kopf in leichter Streckung – verhindert Fehlhaltungen, die sich, einmal eingeschüttelt, nur schwer korrigieren lassen.

Die Entzündungsphase ist die längste und heikelste Phase. Sie erstreckt sich typischerweise über einige Wochen bis zu sechs Monate, bei manchen Narben sogar bis zu zwei Jahre. In dieser Phase ist die Narbe am aktivsten und entzündlichsten und neigt am stärksten zur Kontraktion und Verdickung.

Die Logik dieser Phase ist kontraintuitiv: Es geht nicht darum, mehr zu bewegen, sondern Haltungen zu halten. Statisches, lang anhaltendes Arbeiten – Dehnlagerungen von mindestens zwanzig Minuten – hat Vorrang gegenüber wiederholten aktiven Mobilisierungen, die die Entzündung verstärken könnten. Ziel ist es, die Gewebe behutsam und ohne Aggression zu dehnen, gleichmäßig und kontinuierlich.

Die Phase der stabilisierten Narbenreifung markiert den Übergang zu aktiverem Arbeiten. Die Narbe ist reifer und weniger reaktiv. Der Physiotherapeut kann die Gelenkmobilisierung schrittweise intensivieren, Kräftigungstra­ning einführen und an alltagsnahen Bewegungen arbeiten. Dies ist die Phase des funktionellen Wiederaufbaus: die Fähigkeit zurückgewinnen, sich anzuziehen, zu kochen, zu schreiben, ohne Hinken zu gehen und eine berufliche oder sportliche Tätigkeit wieder aufzunehmen.

Die Werkzeuge des Physiotherapeuten

Die Rehabilitation von Verbrennungspatienten verfügt über ein spezifisches therapeutisches Arsenal. Entgegen einem verbreiteten Irrtum beschränkt sie sich weder auf Massage noch auf Mobilisierung. Hier die wichtigsten Mittel in ihrer klinischen Rangfolge.

Thermalkuren: eine anerkannte, aber wenig bekannte Ergänzung

Thermalkuren gehören in Frankreich fest zum Behandlungspfad schwer verbrannter Patienten. Sie sind der breiten Öffentlichkeit jedoch kaum bekannt, obwohl ihre Wirkung sowohl auf die Narbe als auch auf das allgemeine Wohlbefinden der Patienten anerkannt ist.

Zwei Kurorte sind in Frankreich für die Versorgung von Verbrennungspatienten referenziert: La Roche-Posay und Saint-Gervais-les-Bains, Letzterer hat seit den 1960er Jahren spezifische Protokolle in enger Zusammenarbeit mit spezialisierten Chirurgen entwickelt. Die angebotenen Thermalanwendungen – Fadenduschen mit variablem Druck, Vollbäder, lokale Bespritzungen – werden täglich über drei Wochen durchgeführt. Ihre Wirkung auf die Narbe ist belegt: Linderung des Pruritus, der oft zu den lästigsten Alltagsbeschwerden zählt, schrittweise Geschmeidigmachung des Gewebes und bessere Verträglichkeit der Kompressionskleidung.

Auf administrativer Ebene gestattet die französische Sozialversicherung ausnahmsweise zwei Kuren pro Jahr für Verbrennungspatienten, gegenüber einer Kur für andere Erkrankungen. Die Kur kann bereits drei bis vier Monate nach der Verbrennung verordnet werden, sobald der Heilungszustand es erlaubt. Über die Wirkung auf die Haut hinaus bietet der Kurort ein wohlwollendes Umfeld, weit entfernt vom Krankenhausmilieu, das die Resozialis­ierung und die Arbeit am Selbstbild fördert.

Die psychische Belastung: ein Thema, dem man nicht ausweichen darf

Die psychische Dimension in einem Artikel über die Rehabilitation von Verbrennungspatienten anzusprechen, ist kein Zusatz – es ist eine Notwendigkeit. Das Erleben einer schweren Verbrennung ist ein Trauma im vollen Sinne des Wortes, und seine psychischen Folgen bestimmen unmittelbar die Qualität der Genesung.

Eine posttraumatische Belastungsstörung ist häufig. Flashbacks, Alpsträume, Überwachheit, Vermeidung bestimmter Situationen oder Orte: Diese Manifestationen können manchmal erst Wochen nach der Verletzung auftreten und erfordern eine spezialisierte psychologische Begleitung. Diese Unterstützung ist von der Rehabilitation getrennt, ergänzt sie jedoch – denn ein Patient, der psychisch leidet, hält sich schlechter an die Behandlung und macht geringere Fortschritte.

Chronische Schmerzen sind eine weitere zentrale Realität. Sie können nozizeptiver Natur sein – durch geschädigtes Gewebe bedingt – oder neuropathisch, wenn die Nervenfasern selbst von der Verbrennung betroffen wurden. Diese beiden Schmerztypen sprechen nicht auf dieselben Behandlungen an, und der Physiotherapeut muss dies bei jeder Sitzung berücksichtigen und Intensität sowie Art der Behandlung dem anpassen, was der Patient tolerieren kann.

Schließlich ist die Frage des Körperbildes oft die längste Reise. Sich wieder im Spiegel anschauen zu können, den Blick anderer Menschen auszuhalten, den eigenen Platz im sozialen und beruflichen Leben zurückzugewinnen: Diese Schritte verlaufen bei jedem Menschen in einem anderen Tempo. Der Physiotherapeut nimmt durch die Regelmäßigkeit und Dauer seiner Begleitung dabei eine besondere Rolle ein.

Genesungsdauer und Langzeitbetreuung

Die Genesung nach einer schweren Verbrennung ist ein langer Prozess, der in Monaten, manchmal Jahren gemessen wird. Diese Realität kann überraschen und entmutigen. Sie verdient aber eine klare Erklärung, denn wer versteht, warum die Rehabilitation länger dauert, ist eher bereit, sich dauerhaft darauf einzulassen.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Wenn die Wunde sich schließt, ist die Heilung noch nicht abgeschlossen. Sie tritt in eine Reifungsphase ein, die sich über achtzehn bis vierundzwanzig Monate hinziehen kann. Während dieser Zeit entwickelt sich die Narbe weiter – manchmal in Richtung einer schrittweisen Verbesserung, manchmal mit vorübergehenden Versteifungsphasen. Die Nachsorge endet also nicht mit dem Wundverschluss.

Nach der Entlassung aus dem spezialisierten Zentrum organisiert sich die ambulante Nachsorge in der Regel über zwei Jahre. Sie verbindet physiotherapeutische Sitzungen, das Tragen von Kompressionskleidung und Thermalkuren als wesentliche Elemente. Die Regelmäßigkeit ist entscheidend: Die in den Sitzungen erzielten Fortschritte können schnell verloren gehen, wenn Übungen und Lagerungen zu Hause nicht aufrechterhalten werden.

Bestimmte Zeichen sollten dazu führen, im Rahmen der medizinischen Nachsorge rasch einen Arzt aufzusuchen:

Diese Zeichen deuten nicht zwingend auf eine schwere Komplikation hin, rechtfertigen aber eine medizinische Neubewertung, um die Behandlung rechtzeitig anzupassen.

Die Rolle des niedergelassenen Physiotherapeuten in der Nachsorge

Nach der Entlassung aus dem spezialisierten Zentrum kehrt der Patient nach Hause zurück – aber die Behandlung geht weiter. Genau in diesem Moment wird der niedergelassene Physiotherapeut zu einem zentralen Akteur im Genesungsverlauf.

Seine Position ist besonders: Er ist oft der Gesundheitsfachmann, der den Patienten in den auf den Krankenhausaufenthalt folgenden Monaten am regelmäßigsten sieht. Mehrmals pro Woche, manchmal über Jahre hinweg, begleitet er die Entwicklung der Narbe, passt die Techniken an jede Phase an, achtet auf unerwünschte Veränderungen und hält die Verbindung zwischen Patient und medizinischem Team aufrecht.

Diese Aufgabe erfordert spezifisches Wissen. Die Rehabilitation von Verbrennungspatienten lässt sich nicht improvisieren: Sie setzt voraus, die Physiologie der Wundheilung zu beherrschen, die Entwicklung einer Narbe lesen zu können, Indikationen und Grenzen jeder Technik je nach Phase zu kennen und den eigenen Ansatz ständig an die Verträglichkeit des Patienten anzupassen. Die Koordination mit dem behandelnden Arzt bleibt während der gesamten Nachsorge unabdingbar.

Mit einer angepassten, regelmäßigen und gut koordinierten Begleitung ist eine funktionelle Genesung nach einer schweren Verbrennung möglich – selbst nach einem schwerwiegenden Ereignis. Physiotherapie kann eine Narbe nicht verschwinden lassen, aber sie kann den entscheidenden Unterschied bei Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität ausmachen.

Literatur

Rochet JM, Wassermann D, Carsin H, Desmoulière A, Aboiron H et al. Rééducation et réadaptation de l’adulte brûlé. Encyclopédie Médico-Chirurgicale, Kinésithérapie-Médecine physique-Réadaptation, 26-280-C-10. Elsevier, Paris, 1998.

Haute Autorité de Santé / CNEDiMTS. Évaluation des vêtements compressifs sur mesure pour les grands brûlés. Rapport d’évaluation. Septembre 2013.

Société Française et Européenne de Traitement des Brûlures (SFETB). Fiches de recommandations de bonnes pratiques. 2005-2006.

Rééducation des patients grands brûlés au centre pédiatrique Romans Ferrari. Kinésithérapie La Revue. Elsevier / ScienceDirect, 2022.